01 Perspektiven
Recovery-Kompass – Orientierung und Selbstermächtigung

Der Recovery-Kompass macht Recovery-Orientierung im Arbeitsalltag der psychiatrischen Eingliederungshilfe konkret. Er ist ein Orientierungsinstrument für Menschen, die ihren eigenen Weg aus der Krise oder durch schwierige Lebensabschnitte finden wollen – er macht sichtbar, wo jemand gerade steht, und hilft, in Richtung dessen zu gehen, was wirklich zählt.
Worum es geht
Der Kompass fragt nach Stärken und Ressourcen, nach dem, was Kraft gibt und was Kraft raubt. Er hilft, Alltags-Pläne zu entwickeln, Trigger zu erkennen und persönliche Krisenstrategien zu formulieren. Recovery bedeutet hier nicht das Verschwinden aller Schwierigkeiten, sondern den eigenen Weg zurück ins Leben zu finden – mit Höhen und Tiefen, mit Rückschlägen und neuen Anfängen. Der Praxiskurs bündelt die Module der Basiskurse zu einem durchgängigen Recovery-Kompass und wird nicht einmal abgelaufen, sondern immer wieder – als Schleife, in der die Krisen idealerweise kleiner werden.
Die fünf Himmelsrichtungen
- Grundlagen — Was ist Recovery? Klinische vs. persönliche Genesung, Modellbildungen, Stufenmodell, das CHIME-Framework und ein recovery-orientiertes Krisenverständnis.
- Krise — Krise und Notfall unterscheiden, begleiten und Nachsorge gestalten.
- Alltag — Resilienz-Karten, persönlicher Wohlfühlzustand und ein dreiteiliger Alltagsplan.
- Spannung — Spannungen früh wahrnehmen, Eskalation verstehen.
- Ausblick — Persönliche Zukunftsplanung und Vertiefungswege.
Fachlicher Kern
Drei Säulen tragen den Kurs: Krise (gemeindepsychiatrische Krisenmodelle, RAID, CHIME-D), Resilienz (Bengel/Lyssenko, Reivich/Shatté, PERMA) und Recovery (Deegan, Anthony, Slade, REFOCUS, WRAP).
Für wen
Fachkräfte der Eingliederungshilfe, gemeindepsychiatrische Dienste, Peer-Begleitende und Angehörige.
Einordnung
Der Recovery-Kompass ist eng verknüpft mit der Achtsamkeits-basierten Recovery: Dort entwickeln Teilnehmende ihren persönlichen Achtsamkeits-Kompass, der direkt in den Recovery-Kompass eingebaut werden kann. Und die Teilhabe-orientierte Moderation (ToM) schafft den sozialen Rahmen, in dem Recovery-Prozesse gelingen.
