03 Dialog

Teilhabe-orientierte Moderation (ToM)

510.03.101 Praxiskurs Skizze

Manche Gespräche brauchen jemanden, der den Rahmen hält. Nicht die Antworten gibt. Nicht die Richtung vorgibt. Sondern dafür sorgt, dass alle gehört werden – und dass am Ende etwas entsteht, das trägt.

Worum es geht

ToM ist die methodische Linie der teilhabeorientierten Moderation. Sie begleitet Entwicklungsprozesse, Zukunftsplanung, Unterstützer:innenkreise, Offenen Dialog – überall dort, wo Menschen gemeinsam nach Wegen suchen und wo es darauf ankommt, dass niemand übersehen wird. Im Zentrum steht die Frage: Wie moderiere ich Prozesse, die echte Teilhabe ermöglichen – in Gruppen, Teams und Unterstützer:innenkreisen?

Es geht nicht darum, Lösungen zu liefern oder Menschen zu verändern, sondern Räume zu schaffen, in denen echte Begegnung möglich wird, Verantwortung geteilt wird und alle Beteiligten auf ihre Weise Einfluss nehmen können. Das ist etwas anderes als Beratung oder Coaching: Dort stehen individuelle Ziele im Mittelpunkt, hier der Prozess. Die Frage ist nicht „Was sollst du tun?”, sondern „Wie finden wir das gemeinsam heraus?”

Haltung

ToM ist nicht neutral im Sinne von gleichgültig – sie ist klar wertebasiert. Die Orientierung kommt aus der UN-Behindertenrechtskonvention und dem Bundesteilhabegesetz: Mitbestimmung, radikale Augenhöhe, geteilte Verantwortung. Diese Werte sind hier keine Paragraphen, sondern Qualitäten, die in Gesprächen und Entscheidungen spürbar werden.

Inhaltliche Bausteine

Der Praxiskurs fasst die Dialog-Basiskurse zu einem zusammenhängenden Kurs zusammen und ergänzt sie um Brückenmodule. Er verbindet Konsent und dialogische Moderation mit Teilhabeplanung (ICF) und erweitert den Blick um Open Dialogue und Restorative Justice; CHIME dient als übergeordneter Prozessrahmen. Die Werkzeuge kommen aus vielen Richtungen – Gewaltfreie Kommunikation, Konsent, personenzentrierte Gesprächsführung, Kreise und restorative Verfahren – und werden situations- und kontextbezogen kombiniert. Moderation ist dabei keine neutrale Gesprächsleitung, sondern bewusste Gestaltung von Verständigung und Entscheidung unter Bedingungen von Unterschiedlichkeit und asymmetrischer Macht.

Ein zentrales Werkzeug innerhalb dieses Rahmens ist die dialogische Entscheidungsfindung (dEf): Vorschläge werden gemeinsam geklärt, Einwände hörbar gemacht und so bearbeitet, dass tragfähige Vereinbarungen entstehen.

Einordnung & Zielgruppe

Teil des Dialog-Strangs unter der Dachmarke konsent.berlin; führt zum ToM-Zertifikatskurs (510.03.1001). Zusammen mit dem Recovery-Kompass und der Achtsamkeits-basierten Recovery bildet ToM den dritten Schwerpunkt. Für Fachkräfte der Sozialen Arbeit und Eingliederungshilfe, Teamleitungen, Moderierende und Träger – gerade auch dort, wo mit schweren oder chronischen psychischen Erkrankungen scheinbar nichts mehr geht.

Zur Kursübersicht

Kontakt

Fragen, Ideen oder Lust mitzudenken? Schreib uns gern.