Recovery-Kompass

Orientierung in Alltag, Krise und Spannung.

Der Recovery-Kompass macht Recovery-Orientierung im Arbeitsalltag der psychiatrischen Eingliederungshilfe konkret. Er ist ein Orientierungsinstrument für Menschen, die ihren eigenen Weg aus der Krise oder durch schwierige Lebensabschnitte finden wollen – er macht sichtbar, wo jemand gerade steht, und hilft, in Richtung dessen zu gehen, was wirklich zählt.

Begleitung im Recovery-Prozess

Worum es geht

Der Kompass fragt nach Stärken und Ressourcen, nach dem, was Kraft gibt und was Kraft raubt. Er hilft, Alltags-Pläne zu entwickeln, Trigger zu erkennen und persönliche Krisenstrategien zu formulieren. Recovery bedeutet hier nicht das Verschwinden aller Schwierigkeiten, sondern den eigenen Weg zurück ins Leben zu finden – mit Höhen und Tiefen, mit Rückschlägen und neuen Anfängen. Der Recovery-Kompass bündelt die einzelnen Bausteine zu einem durchgängigen Instrument und wird nicht einmal durchlaufen, sondern immer wieder – als Schleife, in der die Krisen idealerweise kleiner werden.

Die drei Himmelsrichtungen

Der Kompass zeigt drei Himmelsrichtungen — das ASK-Modell: Alltag, Krise und Spannung:

  • Alltag — Resilienz-Karten, persönlicher Wohlfühlzustand und ein dreiteiliger Alltagsplan.
  • Krise — Krise und Notfall unterscheiden, begleiten und Nachsorge gestalten.
  • Spannung — Spannungen früh wahrnehmen, Eskalation verstehen.

Davor stehen die Grundlagen (Was ist Recovery? Klinische vs. persönliche Genesung, Modellbildungen, Stufenmodell, das CHIME-Framework und ein recovery-orientiertes Krisenverständnis), danach der Ausblick (Persönliche Zukunftsplanung und Vertiefungswege).

Recovery als Kreislauf mit Kompass
Recovery als Kreislauf – als Schleife, in der die Krisen idealerweise kleiner werden.

Fachlicher Kern

Drei Säulen tragen die Methode: Krise (gemeindepsychiatrische Krisenmodelle, RAID, CHIME-D), Resilienz (Bengel/Lyssenko, Reivich/Shatté, PERMA) und Recovery (Deegan, Anthony, Slade, REFOCUS, WRAP).

Coaching-Gespräch auf Augenhöhe

Für wen

Fachkräfte der Eingliederungshilfe, gemeindepsychiatrische Dienste, Peer-Begleitende und Angehörige.

Einordnung

Der Recovery-Kompass ist eng verknüpft mit der Achtsamkeits-basierten Recovery: Dort entwickeln Teilnehmende ihren persönlichen Achtsamkeits-Kompass, der direkt in den Recovery-Kompass eingebaut werden kann. Und die Teilhabe-orientierte Moderation (ToM) schafft den sozialen Rahmen, in dem Recovery-Prozesse gelingen.

Literatur

Roerick, J. (2025). Zwischen Krise und Kontinuität: Konzeptionelle Überlegungen zum Recovery-Ansatz in der Eingliederungshilfe [Working Paper, Alice-Salomon-Hochschule Berlin]. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.20424202

Roerick, J. (2026). Methodische Grundlagen des Recovery-Kompass [Working Paper]. konsent.berlin / figshare. https://doi.org/10.6084/m9.figshare.32969498

Roerick, J. (2026). Der Recovery-Kompass. Eine Methodenskizze [Working Paper]. konsent.berlin / figshare. https://doi.org/10.6084/m9.figshare.32969489

Kursanfrage

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Termine erst ab 2027 möglich.

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